TY - THES T1 - Wirkung eines selektiven Interleukin-8-Rezeptorantagonisten auf die pulmonale Hypertonie und die im Rahmen der Inflammation auftretenden Interleukine -8 und -1? bei Surfactant depletierten Ferkeln mit akutem Atemnotsyndrom A1 - Mückstein-Hupfer,Sieglinde Ildikó Y1 - 2012/02/17 N2 - Hintergrund und Ziele Beim akuten Atemnotsyndrom (ARDS) mit pulmonalem Hypertonus fällt der Entzündungsreaktion durch die Mediatoren Interleukin-8 (IL-8) und -1ß (IL-1ß) eine tragende Rolle in der Entwicklung einer Lungenfibrose und bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) zu. Der Sonderfall des neonatalen Atemnotsyndroms mit Surfactantmangel wird als IRDS (Infant Respiratory Distress Syndrome) bezeichnet. Aus dieser Untergruppe der ARDS-Patienten wurde klar, dass die bisherige Standardtherapie mit hochdosierter systemischer Applikation von Dexamethason langfristig unerwünschte Wirkungen bewirkt, die die neurologische/motorische sowie kognitive Funktionsentwicklung in negativer Weise betreffen. Insbesondere die Nebenwirkungen bzgl. der neurologischen Entwicklung erfordern einen pharmakologischen Ersatz für den Einsatz systemischer Glukokortikoide. Im Rahmen dieser Studie wurde untersucht, ob und inwiefern pro-inflammatorische pulmonale Kaskaden bei Surfactant-depletierten Ferkeln durch die systemische bzw. aerosolisierte Applikation von SB 389543-Z, einem selektiven, nicht-peptiden CXCR2-Antagonisten (im Folgenden CXCR2A genannt), inhibiert werden können bzw. ob durch die Applikation von CXCR2A die Lungenmechanik und der pulmonalarterielle Druck (MPAP) beeinträchtigt werden. Beim CXC-Rezeptor 2 handelt es sich um einen hochspezifischen Interleukin-8 und Interleukin-1ß-Rezeptor aus der Superfamilie der G-Protein-gekoppelten 7-Transmembran-Rezeptoren. Material und Methoden Nach Induktion eines Lungenversagens durch repetitive Durchführung bronchoalveolärer Lavagen wurden zwei Gruppen von 12 bis 14 Tage alten Ferkeln wiederholt entweder mit aerosolisierter oder intravenöser Gabe des CXCR2-Antagonisten therapiert. Eine dritte Gruppe erhielt intravenös Dexamethason, die Kontrollgruppe Kochsalzlösung. Ein Monitoring der kardiopulmonalen Parameter erfolgte anschließend über 12 Stunden. Die Genexpression von IL-1ß und IL-8 im entnommenen Lungengewebe wurde mittels TaqMan real-time-Polymerasekettenreaktion (PCR) gemessen. Ergebnisse Die Expression der jeweiligen messenger-RNS (mRNS) von IL-1ß und IL-8 war im Verhältnis zu ihren Housekeeping-Genen ß-Actin (ß-Act) und Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (HPRT) in der CXCR2A-Aerosol-Gruppe, der CXCR2A-i.v.-Gruppe sowie der Dexamethason-i.v.-Gruppe signifikant reduziert, verglichen mit der Kontrollgruppe. Sowohl die intravenöse als auch die aerosolisierte Applikationsform von CXCR2A reduzierten ? im Vergleich zur Kontrollgruppe ? statistisch signifikant den pulmonalarteriellen Mitteldruck (MPAP), ohne dabei den mittleren systemarteriellen Druck (MAP) zu beeinflussen. Schlussfolgerung Die Applikation von SB 389543-Z, einem selektiven nichtpeptiden CXCR2-Antagonisten, bewirkte eine Reduktion der frühen proinflammatorischen Reaktion der Lunge in diesem Modell Surfactant-depletierter Ferkel mit begleitender pulmonalarterieller Hypertonie. SB 389543-Z könnte damit eine therapeutische Option erlangen zur Senkung des Risikos der Entwicklung einer bronchopulmonalen Dysplasie bzw. einer Lungenfibrose nach durchgemachter schwerer Lungenschädigung. Hervorzuheben ist insbesondere die Eigenschaft von SB 389543-Z, den pulmonalarteriellen Mitteldruck zu senken, ohne dabei den systemarteriellen Mitteldruck zu beeinflussen. KW - Ferkel KW - Neugeborenes KW - Interleukine KW - Künstliche Beatmung CY - Erlangen PB - Universitätsbibliothek der Universität Erlangen-Nürnberg AD - Universitätsstraße. 4, 91054 Erlangen L2 - http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2012/3113 ER -