TY - THES T1 - Einfluss eines nanogefüllten Schutzlackes auf das Ermüdungsverhalten eines Glasionomerzementes in destilliertem Wasser und künstlichem Speichel A1 - Knöllinger,Melissa Y1 - 2012/04/27 N2 - Hintergrund und Ziele Glasionomerzemente (GIZ) sind in der Zahnmedizin seit Jahrzehnten ein bewährtes Füllungsmaterial. Die Sprödigkeit des Materials resultiert allerdings in mangelnder mechanischer Stabilität, welches die Indikationen bisher auf nicht lasttragende Bereiche im bleibenden Gebiss limitiert. Ein neuartiger, mit Nanopartikeln (kolloidales Siliziumdioxid)angereicherter, lichtpolymerisierbarer Schutzlack (G-Coat Plus), ergibt zusammen mit einem stopfbaren Glasionomerzement (Fuji IX GP Extra) das kürzlich auf dem Markt erschienene System EQUIA (GC Europe, Leuven, Belgien). Ziel dieser Arbeit war es, das neue EQUIA (?Easy-Quick-Unique-Intelligent-Aesthetic?) Konzept, auf sein mechanisches Ermüdungsverhalten zu testen, welches Aufschluss über die Langlebigkeit einer Füllung geben kann. Es sollte untersucht werden inwiefern eine nanogefüllte Schutzschicht die mechanische Festigkeit eines Glasionomerzementes zu stärken vermag. Material und Methode Es wurden 4 Gruppen rechteckiger Proben hergestellt und 14 Tage bei 37 °C gelagert. Davon wurden 2 Gruppen mit einer nanogefüllten Schutzschicht versehen. Die anderen 2 Gruppen blieben unbeschichtet. Jeweils eine beschichtete Gruppe und eine unbeschichtete Gruppe lagerten in destilliertem Wasser, die anderen beiden Gruppen dagegen in künstlichem Speichel. Es wurde darauf geachtet, dass der ausgewählte Speichelersatz dem humanen Speichel im Basisstoff und in der Mineralsalzkonzentration ähnelt. Es wurde untersucht, inwiefern sich das Lager-/Testmedium auf das mechanische Ermüdungsverhalten des Glasionomerzementes auswirkt (destil-liertes Wasser vs. Speichelersatzstoff). Nach 14-tägiger Lagerung wurden zunächst die Vier-Punkt-Biegefestigkeit sowie der Elastizitätsmodul der Proben gemessen. Die initialen Biegefestigkeitswerte wurden mit der Weibull-Statistik ausgewertet und einem t-Test unterzogen. Anschließend fand die Ermüdungsuntersuchung nach der Staircase-Methode statt. Die Bruchflächen und die Mikrostruktur der Proben sowie der nanogefüllte Schutzlack und dessen Verbund zum Zement wurden unter dem Rasterelektronenmikroskop begutachtet. Ergebnisse Der nanogefüllte, selbsthaftende G-Coat Plus besitzt durch seine Hydrophilie und geringe Viskosität die Fähigkeit, in Mikrorisse und Porositäten des Zemen-tes einzudringen und diese aufzufüllen. Dadurch wird eine extrem glatte und glänzende Oberfläche geschaffen, welche die Füllung vor Wasser- bzw. Speichelkontamination sowie vor Austrocknung schützen kann. Dennoch zeigten die Messergebnisse der Proben mit nanogefülltem Schutzlack keine signifikante Steigerung der initialen 4-Punkt-Biegefestigkeit (p > 0,05). Das Ermüdungsverhalten dagegen unterschied sich zwischen fast allen Gruppen signifikant (p < 0,05). Eine beschichtete, in künstlichem Speichel gelagerte Gruppe erzielte dabei die höchste Ermüdungsresistenz. Diese Gruppe wies zudem den höchsten Elastizitätsmodul auf und unterschied sich damit von allen anderen Gruppen signifikant (p < 0,05). Schlussfolgerungen In Anbetracht aller Gruppenvergleiche scheint sich ein nanogefüllter Schutzlack nicht auf das Ermüdungsverhalten auswirken zu können. Dies lässt den Schluss zu, dass eine oberflächliche G-Coat Plus Beschichtung keinen Einfluss auf das Ermüdungsverhalten eines Glasionomerzementes hat. Ergo muss die Indikationseinschränkung, den kaulasttragenden Seitenzahnbereich betreffend (in Form einer definitiven Füllung), weiterhin bestehen bleiben. Der Vergleich der Lagermedien dagegen deutet daraufhin, dass künstlicher Speichel das Ermüdungsverhalten eines Glasionomerzementes verbessern kann. In der Praxis sollte bei Verwendung eines Speichelersatzstoffes vor allem Wert auf dessen Mineralsalzkonzentrationen gelegt werden, damit Remineralisationsvorgänge an Hartsubstanzoberflächen stattfinden können. KW - Speichel KW - Schutzschicht KW - Mechanische Eigenschaft KW - Nanopartikel KW - künstlicher Speichel CY - Erlangen PB - Universitätsbibliothek der Universität Erlangen-Nürnberg AD - Universitätsstraße. 4, 91054 Erlangen L2 - http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2012/3252 ER -