TY - THES T1 - Die Auswirkungen verschiedener genetischer Polymorphismen auf die Tagesschläfrigkeit beim Menschen A1 - Satt,Florian Y1 - 2012/10/11 N2 - 1.1 Hintergrund und Ziele Wie die meisten Lebewesen haben auch Menschen einen zirkadianen Rhythmus. Dieser Schlaf-Wach-Rhythmus wird neben externen Stimuli, wie z. B. Hell-Dunkel-Zyklus und soziale ?Taktgeber?, durch endogene zirkadiane Schrittmacher, die so genannte ?innere Uhr?, gesteuert. Der dominante Schrittmacher sitzt im Nucleus suprachiasmaticus des Hypothalamus. Nachdem eine genetische Komponente von Schlafeigenschaften schon lange vermutet wurde, konnten in den letzten Jahren viele molekulare Schrittmacher und deren regulierende Schlüsselgene identifiziert werden. Bei einigen konnte ein Einfluss auf das Schlafverhalten, also auch Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus wie z. B. die pathologische Tagesschläfrigkeit, nachgewiesen werden. In unserer Studie untersuchten wir den Einfuss genetischer Polymorphismen solcher Schlüsselgene auf die Ausprägung der (pathologischen) Tagesschläfrigkeit. 1.2 Methoden Die 83 untersuchten Probanden rekrutierten sich überwiegend aus Patienten der Schlafambulanz des Universitätsklinikums Erlangen und zum Teil aus Personen aus dem Bekanntenkreis. Zur Erhebung der Ausprägung von Tagesschläfrigkeit bei unseren Probanden bedienten wir uns eines Selbstbeurteilungsfragebogens, der Epworth Sleepiness Scale (ESS). Das EDTA-Blut der untersuchten Personen wurde aufbereitet, die DNA extrahiert und nach Etablierung der verwendeten Protokolle mittels PCR verglichen. Anschließend erfolgte die statistische Auswertung der Ergebnisse. 1.3 Ergebnisse und Beobachtungen Von den elf durch uns untersuchten Polymorphismen zeigte sich bei zweien ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem bestimmten Polymorphismus und der Ausprägung der Tagesschläfrigkeit. Der C>T 2592-Polymorphismus des A2A-Adenosinrezeptors und der T>C 1976-Polymorphismus des A2A-Adensinrezeptors zeigten einen solchen Zusammenhang. 1.4 Praktische Schlussfolgerungen Unsere Ergebnisse belegen die Annahme, dass zumindest die zwei genannten Polymorphismen eine wichtige Rolle bei schlafregulatorischen Vorgängen spielen. Bei den anderen Polymorphismen waren keine signifikanten Zusammenhänge zu erkennen, obwohl ihre zentrale Rolle bei der Schlafregulation zum Teil in vorhergehenden Studien belegt wurde. Wir nehmen daher an, dass diese Vorgänge aufgrund ihrer Komplexität und multipler Einfussfaktoren weiterer eingehender Untersuchungen mit ausreichenden Probandenzahlen bedürfen, um die Zusammenhänge noch exakter zu erfassen. KW - Tagesrhythmus KW - Hypersomnie KW - Polymorphismus KW - Schlaf CY - Erlangen PB - Universitätsbibliothek der Universität Erlangen-Nürnberg AD - Universitätsstraße. 4, 91054 Erlangen L2 - http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2012/3533 ER -