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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bvb:29-opus-35046
URL: http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2012/3504/
Die vorweggenommene Erbfolge gegen Versorgungsleistungen als Instrument einer steueroptimierten Vermögensübertragung: ein wahrscheinlichkeitstheoretischer Vergleich mit dem Erbfall
The Anticipated Succession in Return for Periodical Payments as an Instrument of Tax-Optimised Transfer of Assets: a Probabilistic Comparison with the Case of Inheritance
Kindler, Cornelia





| SWD-Schlagwörter: |
| Brownsche Bewegung , Entscheidungsmodell , Erbfall , Gesetzliche Erbfolge , Korrelationskoeffizient , Prognose , Steuerbelastung , Unsicherheit , Verl |
| Freie Schlagwörter (Deutsch): |
| Monte-Carlo-Simulationen , Ornstein-Uhlenbeck-Prozess , stochastische Schwankungen , vereinfachtes Ertragswertverfahren , Versorgungsleistungen |
| Freie Schlagwörter (Englisch): |
| anticipated/intestate succession , correlation coefficient , Monte Carlo Method , Ornstein-Uhlenbeck-process , time series law |
| Fakultät: |
| Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät |
| DDC-Sachgruppe: |
| Recht |
| Dokumentart: |
| Dissertation |
| Hauptberichter: |
| Scheffler, Wolfram (Prof. Dr.) |
| Sprache: |
| Deutsch |
| Tag der mündlichen Prüfung: |
| 04.07.2012 |
| Erstellungsjahr: |
| 2012 |
| Publikationsdatum: |
| 19.10.2012 |
| Kurzfassung in Deutsch: |
| Bei der mit dem Erbfall verbundenen Vermögensübertragung stellt der durch die Erbschaftsteuer hervorgerufene Liquiditätsabfluss oft eine beträchtliche und damit für den Erben unerwünschte Reduzierung seines Vermögenszuwachses dar. Eine vorweggenommene Erbfolge kann hier ein geeignetes Mittel sein, diesen Liquiditätsabfluss zu verringern oder gar zu vermeiden. Da sich die Höhe eines Vermögens in der Zeit zwischen einer Schenkung zu Lebzeiten des Erblassers und dem Eintritt des Erbfalls in nicht vorherzusehender Weise verändert, hängt die Frage einer möglichen Vorteilhaftigkeit einer Vermögensübertragung unter Lebenden im Vorgriff auf eine spätere Erbschaft von einer Abschätzung der künftigen Vermögensentwicklung ab, d.h., sie ist mit einer unter Unsicherheit zu stellenden Prognose verknüpft. In der vorliegenden Arbeit wird diese Frage deshalb im Rahmen eines wahrscheinlichkeitstheoretischen Entscheidungsmodells untersucht, in dem die entscheidungsrelevanten Größen unterstellten stochastischen Schwankungen unterliegen. Die Analyse wird am Beispiel eines zur Erbfolge anstehenden Einzelunternehmens durchgeführt, wobei die zufälligen Schwankungen der jährlichen Erträge den Hauptbeitrag zur prognosebedingten Unsicherheit bilden. In die prognostizierte Entwicklung des Vermögens gehen darüber hinaus der jährlich schwankende Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank zur Anwendung des steuerrechtlichen vereinfachten Ertragswertverfahrens und die aus den amtlichen Sterbetafeln gewonnenen jährlichen Sterbewahrscheinlichkeiten eines männlichen Erblassers in vorgegebenem Alter zum Entscheidungszeitpunkt ein. Den Berechnungen der Erträge liegt ein stochastisches Zeitreihengesetz zugrunde, das dem physikalischen Prozess einer Brownschen Bewegung unter dem Einfluss von Reibung (Ornstein-Uhlenbeck-Prozess) entspricht. Die Form dieser Gleichung und ihre Anwendung auf eine komplette Veranlagungssimulation lassen analytische Lösungsverfahren nicht zu, sondern erzwingen umfangreiche numerische Verfahren unter Verwendung von Zufallszahlen (Monte-Carlo-Simulationen). Die Ergebnisse belegen, dass das verwendete Zeitreihengesetz die entscheidende Stellschraube für den Einfluss stochastischer Schwankungen auf den Grad der Unsicherheit der Prognose enthält. Besondere Bedeutung kommt dabei dem im Zeitreihengesetz auftretenden Koeffizienten der zeitlichen Korrelation zu, der zusammen mit der Streubreite des stochastischen Terms die Volatilität der Erträge und damit direkt die zeitliche Entwicklung des Vermögens bestimmt. Ein indirekter Einfluss der Volatilität auf die Vermögensentwicklung ergibt sich aus der mit dem Auftreten von Verlusten verbundenen Verringerung von Ertragsteuern. Bei dem vorliegend untersuchten Fall wirkt sich dies zugunsten der gesetzlichen Erbfolge aus, so dass hier mit zunehmendem Einfluss stochastischer Schwankungen die vorweggenommene Erbfolge nicht mehr die günstigere Alternative darstellen muss. Auch wenn die in der Arbeit gewonnenen Ergebnisse nur für spezielle Werte der entscheidungsrelevanten Parameter gelten, so verdeutlichen sie doch die Relevanz zufälliger Schwankungen der Bemessungsgrundlage für eine realistische Abschätzung von Steuerlasten und der davon abhängigen künftigen Vermögensentwicklung. |
| Kurzfassung in Englisch: |
| In case of inheritance, the estate is often reduced by tax duties, especially the inheritance tax. To avoid this negative effect of liquidity outflow an anticipated succession seems to be an appropriate means. Given that unpredictable changes of the assets can occur in the time between the anticipated succession and the death of the testator, the question of whether the anticipated succession is in fact advantageous depends crucially on a reliable estimate of the evolution of the assets. Thus, it always involves the uncertainty of any prediction. In this thesis, the analysis uses a decision model based on probability theory and stochastic variables. The subject of the investigation is an individual company whose annual profit is fluctuating. Apart from this main cause of uncertainty, there are two further parameters which influence the estimate of the asset evolution: The fluctuating base interest rate published by the Deutsche Bundesbank and the expected mortality of the male testator. Yields are calculated by using a stochastic time series law which corresponds to the physical process of a Brownian motion under the influence of friction (Ornstein-Uhlenbeck-process). The form of the equation and the application to a complete tax assessment do not permit analytical solutions, rather numerical methods using random numbers are required (Monte Carlo Method). The results confirm the importance of the time series law concerning the influence of the stochastic fluctuations on uncertain forecasts. In particular, the coefficient of the time correlation appearing in the time series law is of special significance. Together with the spread of the stochastic term, it determines the time evolution of the annual profit and, thus, the assets. Losses and, as a consequence, reduced income taxes cause an indirect volatility effect on the asset development. In the present case, this effect favors with increasing stochastic fluctuations the intestate succession in such a way that the anticipated succession is not necessarily advantageous. Although the results only apply to specific values of the relevant parameters, it is obvious that random fluctuations can have an important impact on a realistic assessment of tax burden and, consequently, the evolution of assets. |